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Prävention von Hochwasser- und Starkregenschäden

Schäden und Überflutungen durch Hochwasser und Starkregen können jeden treffen und grundsätzlich überall auftreten. Infolge des Klimawandels ist mit einer Zunahme von Wetterextremen zu rechnen. Der Landkreis Calw nimmt die Risiken ernst und setzt sich für Maßnahmen zur Reduzierung möglicher Folgeschäden ein. Wir sehen Hochwasserschutz und Starkregenrisikomanagement ganzheitlich.

Schutz vor Schäden bedeutet für uns auch die Resilienz von Infrastruktur, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Ökosystemen sowie den Schutz des Eigentums zu fördern und damit langfristig die Erholungs- und Wohnqualität sowie den Wirtschaftsstandort Landkreis Calw zu sichern und zu entwickeln.
Der Landkreis Calw setzt sich aktiv für die Prävention gegen Hochwasser- und Starkregenschäden ein.

Aktuelles

  • In Überschwemmungsgebieten sind Heizölanlagen bis zum 05.01.2023 hochwassersicher nachzurüsten.
    • Weitere Informationen erhalten Sie im Abschnitt "Wie schütze ich mich vor Hochwasser und Starkregen?"
  • aktuelle Pegelstände finden Sie online bei der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg. Für einzelne Pegel stehen auch Vorhersagen zur Verfügung.

Veranstaltungen

  • aktuell keine Veranstaltungen

Strategie des Landkreises Calw zur Prävention gegen Hochwasser- und Starkregenschäden

Steigerung der Präsenz in der Öffentlichkeit

+ Der Landkreis Calw versteht die Hochwasser- und Starkregenvorsorge als Daueraufgabe und setzt sich für die Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit ein.

Durch die Nutzung von digitalen und analogen Medien sensibilisieren wir hinsichtlich der Gefahren und möglichen Maßnahmen. Die Sensibilisierung soll die Notwendigkeit zur privaten Vorsorge zeigen und somit Hochwasser und Starkregenschäden mindern.

+ Der Landkreis Calw zeigt Beispiele als Anreiz zum Handeln.

Im Landkreis Calw gibt es bereits Projekte, die als Vorbild für weitere Projekte dienen können. Auf diese möchten wir aufmerksam machen.

Unterstützung der Akteure

+ Der Landkreis Calw unterstützt Bürger, Unternehmen und Kommunen, Risiken zu identifizieren und das Schadensausmaß zu minimieren.

Dazu wird eine themenübergreifende Informationsplattform angeboten, auf der Informationen übersichtlich und verständlich für die jeweiligen Akteure dargestellt werden.

+ Der Landkreis Calw unterstützt die Kommunen bei der Erstellung des Starkregenrisikomanagements und bei der Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen.

Dies erfolgt durch fachliche Begleitung, Bewertung, Genehmigung und Förderung des Starkregenrisikomanagements.

+ Der Landkreis Calw setzt sich für die Zusammenarbeit aller Fachbereiche, insbesondere der Wasserwirtschaft, Stadt- und Siedlungsplanung, Land- und Forstwirtschaft, Katastrophenschutz sowie aller Akteure, vor allem der Grundstückseigentümer, Land- und Forstwirte, Wirtschaftsunternehmen, Kommunen und Behördenvertreter für eine umfassende Hochwasser- und Überflutungsvorsorge ein.

Durch den offenen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Unternehmen und Kommunen sowie der Fachbereiche untereinander soll Vorsorge für alle Akteure möglich sein.

+ Der Landkreis Calw informiert die Akteure über fachliche und rechtliche Umsetzungsmöglichkeiten.

Über Änderungen im Handlungsspielraum und Neuigkeiten informiert zu sein, ermöglicht Akteuren frühzeitig zu reagieren.

+ Der Landkreis Calw unterstützt die Kommunen beim Aufbau eines Hochwasserschutzregisters.

Der zeit- und wirkungsgleiche Ausgleich ist ein wichtiger Baustein in der Gefahrenabwehr. Ein Hochwasserschutzregister schafft dazu vorausschauend einen Pool von Maßnahmen und ermöglicht Flexibilität bei der Stadtplanung.

Prävention von Anfang an

+ Der Landkreis Calw berücksichtigt die Hochwasser- und Starkregenvorsorge bei allen anstehenden Maßnahmen und Verfahren.

So können z.B. eine angepasste Bauweise, Versickerungsmulden und die Freihaltung des Gewässerrandstreifens bereits beim Neubau das Risiko mindern.

+ Der Landkreis Calw erstellt und aktualisiert regelmäßig Notfallpläne.

Ein absoluter Schutz vor Extremwetterereignissen ist nicht möglich, die Vorbereitung auf den Ernstfall kann dennoch Leben, Umwelt und Eigentum retten.

Was ist unter Starkregen und Hochwasser zu verstehen?


Was ist Starkregen?

Unwetterartige Regengüsse können überall im Land und auch abseits von Flüssen zu plötzlichen, dramatischen Überschwemmungen führen. Gerade in den Sommermonaten verursacht Starkregen in Verbindung mit heftigen Gewittern oft große Schäden.

Im Gegensatz zu Hochwasser an großen Flüssen ist der genaue Ort und Zeitpunkt von Starkregen kaum vorherzusagen und kann für die Betroffenen sehr überraschend auftreten.

Die Vorwarnzeiten, in denen noch kurzfristige Maßnahmen ergriffen werden können, sind deshalb sehr kurz oder gar nicht vorhanden.

Von Starkregen spricht man, wenn es in kurzer Zeit intensiv regnet. Starkregen sind meist lokal begrenzt. Der Deutsche Wetterdienst warnt in drei Stufen:

  • Starkregen: 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder 20 bis 35 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden
  • Heftiger Starkregen: 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder 35 bis 60 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden
  • Extrem heftiger Starkregen: mehr als 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder mehr als 60 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden

Eine einheitliche Definition des Begriffs „Starkregen“ gibt es jedoch nicht. Der Begriff wird – je nach Kontext – für Regen unterschiedlicher Stärke und Intensität verwendet. Das Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg, das Kommunen erarbeiten können, um sich mit dem Starkregenrisiko auseinanderzusetzen, beschäftigt sich mit Abflussereignissen, die meist oberhalb dessen liegen, was die Kanalisation ableiten kann. Unterschieden wird dabei zwischen einem seltenen, einem außergewöhnlichen und einem extremen sogenannten Abflussszenario.

Um diese Erkenntnisse zu gewinnen und den Schutz der Bevölkerung zu verbessern, haben die Kommunen seit dem Jahr 2017 die Möglichkeit ein Starkregenrisikomanagement-Konzept zu erstellen. Dieses wird vom Land mit 70 Prozent bezuschusst, sofern das Konzept auf Grundlage des Leitfaden Kommunales Starkregenrisikomanagement der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg erarbeitet wird. Dabei wird zunächst auf Grundlage eines Geländemodells und eines hydraulischen Modells eine Starkregengefahrenkarte erstellt. In dieser werden die Fließwege und Fließgeschwindigkeiten des Oberflächenabflusses dargestellt. Mit Hilfe der Starkregengefahrenkarte können dann gefährdete Objekte identifiziert und entsprechende Maßnahmen abgeleitet werden. Maßnahmen können zum Beispiel die Freihaltung von Fließwegen oder die Ableitung des Wassers in unproblematische Bereiche sein. Außerdem wird in dem Konzept geregelt wie die Informationsvorsorge für die Bürger und das Krisenmanagement gestaltet werden sollen.

Was ist Hochwasser?

Hochwasser hat als Folge meteorologischer Ereignisse eine natürliche Ursache und ist Teil des Wasserkreislaufes. Hochwasser tritt immer dann auf, wenn große Wassermengen in kurzen Zeiträumen in den Bach- und Flusstälern dem Gefälle folgend zusammenlaufen. Quellen des Hochwassers sind der Regen und das bei Tauwetter aus Schnee freigesetzte Schmelzwasser. (Umweltbundesamt)

Hochwasser sind natürliche Ereignisse

Hochwasser in Bächen und Flüssen gibt es seit jeher. Sie sind fester Bestandteil des Abflussgeschehens und wichtiger Strukturgeber der Landschaft. Viele Lebewesen entlang der Flüsse und in den Flussauen sind an den Wechsel zwischen Überflutung und Austrocknung angepasst und auf die wechselnden Bedingungen und die vielfältigen Lebensräume angewiesen, die ein sich ständig ändernder Wasserstand hervorruft. (Umweltbundesamt)

Wie Hochwasser entstehen

Hochwasser entstehen in Folge langanhaltender und großräumiger Niederschläge, kurzzeitigem und lokal begrenztem ⁠Starkregen⁠ oder im Winter und Frühjahr durch die Schneeschmelze. Trifft Regen auf die Erdoberfläche, versickert ein Teil im Boden und trägt zur ⁠Grundwasserneubildung⁠ bei. Ein weiterer Teil wird im Boden zwischengespeichert oder verdunstet und der Rest fließt über die Bodenoberfläche als Oberflächenabfluss in die Gewässer. (Umweltbundesamt)

Entstehung von oberflächlichem Abfluss

Wieviel Niederschlag versickert und wieviel an der Oberfläche abfließt, hängt von den Eigenschaften des Bodens, dem Versiegelungsgrad und der Topographie der Landschaft ab: Ist der Boden aufgrund von Niederschlägen mit Wasser gesättigt oder gefroren, fließt der größte Teil des Niederschlags auf der Bodenoberfläche ab. Auch die Bodenart, der Grad der Bodenverdichtung und der Bewuchs bestimmen, wieviel Wasser pro Zeiteinheit im Boden versickern kann. Steile Täler, begradigte, kanalisierte Gewässer und ein hoher Versiegelungsgrad des Bodens, wie er in vielen bebauten Gebieten anzutreffen ist, begünstigen einen schnellen Oberflächenabfluss. 

Das Wasser der kleinen Flüsse lässt verzögert auch den Wasserstand in den großen Strömen steigen. Die Größe des Flussbetts bestimmt, welche Wassermenge das Gewässer aufnehmen kann, bevor es über die Ufer tritt. Je mehr Platz der Fluss zum Ausufern hat, desto langsamer fließt das Wasser ab – es wird in der Landschaft zurückgehalten: die Hochwasserwelle ist weniger steil. (Umweltbundesamt)

Weitere Informationen finden Sie hier: 

Erläuterungen zum Thema Hochwasserschutz mit Bezug zum Klimawandel auf dem Hochwasserportal Baden-Württemberg: https://www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de/hochwasser-in-baden-wuerttemberg

Erläuterungen zum Thema Starkregen auf dem Hochwasserportal Baden-Württemberg: https://www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de/was-ist-starkregen-

Mit der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kurz Warn-App NINA, können Sie wichtige Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes für unterschiedliche Gefahrenlagen, wie zum Beispiel Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen erhalten: https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warn-App-NINA/warn-app-nina_node.html

Warum hat der menschliche Eingriff in der Vergangenheit das Problem verstärkt? 

Hochwasser werden vom Menschen verstärkt

Obwohl Hochwasser natürliche Ereignisse sind, beeinflusst der Mensch die Wahrscheinlichkeit für Hochwasser, dessen Verlauf und die Schäden, die es verursacht.

Der massive menschliche Eingriff in den Lauf von Gewässern

Neben den klimabedingten Veränderungen des Wasserhaushalts hat auch der massive Eingriff des Menschen in den Lauf von Bächen und Flüssen und in die Landschaft direkte Auswirkungen auf den Verlauf eines Hochwassers. Die meisten Fließgewässer in Deutschland wurden in der Vergangenheit begradigt, eingedeicht und gestaut, um Siedlungsraum oder landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen oder sie für die Schifffahrt oder Wasserkraft zu nutzen. So stehen heute weniger natürliche Überschwemmungsflächen zur Verfügung, auf denen sich das über die Ufer tretende Wasser ausbreiten kann. Auch die Flussläufe sind verkürzt worden. Dadurch hat die Fließgeschwindigkeit der Flüsse zugenommen. Die Abflussmengen vieler Zuflüsse konzentrieren sich schneller in einem Flussbett. Hochwasserwellen laufen deshalb heute schneller ab: In kürzerer Zeit wird mehr Wasser transportiert, die Hochwasserwelle ist steiler – die Pegelstände sind höher.

Veränderung der Landschaft durch Bebauung und Landwirtschaft

Die Landschaft in Deutschland ist stark zersiedelt und urbanisiert. Regenwasser kann teilweise nur noch zu einem geringen Teil lokal versickern. Auch der Bewuchs ist für den Wasserrückhalt in der Landschaft von Bedeutung: Eine ganzjährige Bodenbedeckung auf landwirtschaftlichen Flächen reduziert den ⁠Abfluss⁠ an der Bodenoberfläche; auf forstwirtschaftlich genutzten Flächen ist die Dichte des Waldes für den Wasserrückhalt im Gebiet ausschlaggebend.

Der zunehmende Versiegelungsgrad hat zu Verlust von landwirtschaftlichen Flächen geführt ( im Landkreis Calw seit 1990 ca. 2.000 ha). Diese Flächen sind somit als Wasserrückhalt verloren gegangen. Durch die Zunahme von Starkregenereignissen, bei denen in kurzer Zeit viel Niederschlag fällt, können oft nicht mehr die gesamten Regenmengen in den Böden versickern. Auch durch nicht angepasste Bewirtschaftung verursachte Bodenverdichtungen und Strukturschäden, wirken sich negativ auf die Versickerungsrate aus. Deshalb ist eine möglichst ganzjährige Bodenbedeckung mit guter Durchwurzelung wichtig, damit die Böden in kurzer Zeit möglichst viel Wasser aufnehmen und speichern können. 

Flächen für Siedlung und Verkehr wirken sich auf die Entstehung von Hochwasser aus, da diese einen besonders hohen Versiegelungsgrad aufweisen. Regenwasser kann gar nicht oder nur sehr eingeschränkt versickern und wird über die Kanalisation direkt in die Gewässer geleitet. Für Deutschland weist die amtliche Flächenstatistik zum Ende des Jahres 2018 51.315 Quadratkilometer (km²) Siedlungs- und Verkehrsflächen aus. Davon waren laut Umweltökonomischen Gesamtrechnungen der Länder etwa 45,1 % versiegelt. Bezogen auf die Gesamtfläche beträgt der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche 14,4 % und der Anteil der versiegelten Fläche 6,5 % - und täglich kommen 52 Hektar neue Siedlungs- und Verkehrsfläche hinzu. Dies entspricht der Fläche von circa 73 Fußballfeldern (UBA 2021). (Umweltbundesamt)

Die menschengemachte Erderhitzung

Die Erderhitzung führt dazu, dass sich der Wasserkreislauf intensiviert. Die ⁠Atmosphäre⁠ kann bei hohen Temperaturen viel Wasserdampf aufnehmen, bei niedrigen Temperaturen weniger. Pro Grad Erwärmung steigt die Aufnahmekapazität für Wasserdampf um etwa sieben Prozent. Mehr Wasserdampf in der Atmosphäre bedeutet mehr Niederschlag. In einem wärmeren ⁠Klima⁠ ist deshalb vor allem in den Sommermonaten mit einer Zunahme von Niederschlagextremen zu rechnen. Analysen über Landflächen weisen auf einen Anstieg der Häufigkeit und Intensität von Extremniederschlagsereignissen in den letzten Jahrzehnten hin. Die Ergebnisse unterscheiden sich jedoch erheblich je nach Region und Jahreszeit (⁠IPCC⁠ 2014). (Umweltbundesamt)

Private Vorsorge für Bürger*innen, Vereine und Unternehmen

Private Vorsorge ist wichtig. Im ersten Abschnitt finden Sie Informationen wie stark Sie an Ihrem Wohnort oder Ihrem Betriebsstandort betroffen sein können. Im zweiten Abschnitt gibt es hilfreiche Tipps, wie Sie vor Schäden durch Hochwasser und Starkregen vorsorgen können. Im dritten Abschnitt gibt es Hinweise zum richtigen Verhalten im Starkregen- und Hochwasserfall sowie Erläuterungen, warum es im Hochwasser- und Starkregenfall nicht möglich ist jedem (bevor Schäden entstehen) zu helfen. 

     ⇒ Kann ich betroffen sein?

Prinzipiell kann jeder von Starkregen oder Hochwasser betroffen sein. Hanglagen sind bei Starkregen dabei gefährdeter als Flächen in der Ebene. In der Ebene kann es zu Übeschwemmungen und in der Nähe von Flüssen auch zu Hochwasser kommen. Durch die Topografie des Landkreises sind Schäden durch Starkregen und Hochwasser an vielen Orten möglich. 

Die Abbildung zeigt Starkregenereignisse in Baden-Württemberg zwischen 2001 und 2020. Die Daten basieren auf den DWD-Warnkriterien vor extrem heftigem Starkregen. Es wird zwischen Niederschlägen mit mehr als 40 mm in einer Stunde und Niederschlägen mit mehr als 60 mm in sechs Stunden unterschieden. 

Auch im Kreis Calw sind extrem heftige Niederschläge dieser Größenordnung bekannt. Beispiele sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt.

Starkregen

Das Landratsamt Calw möchte den Bürgerinnen und Bürgern mit der "Interaktive Karte Starkregen und Hochwasser" die Möglichkeit geben zu überprüfen, inwieweit Ihr Grundstück durch Starkregen betroffen sein kann. In der Karte werden die Starkregengefahrenkarten derjenigen Gemeinden dargestellt die bereits das Kommunale Starkregenrisikomanagement abgeschlossen haben. Im Moment wird die Ortslage von Neuweiler dargestellt. In den Karten sehen Sie die Überflutungsausdehnung bei den Starkregenszenarien "selten", "außergewöhnlich" und "extrem". Sollten Sie detailliertere Fragen haben können Sie sich gerne an Ihre zuständige Gemeinde oder an das Landratsamt Calw wenden.

Folgende Kommunen sind bereits in der interaktive Karte verteten: 

  • Neuweiler (Ortslage)

Folgende Kommunen haben bereits ein Starkregenrisikomanagement (SRRM) und stellen Information zur Verfügung: 

  • Neuweiler (Ortslage), Altensteig (Ortslage), Ottenbronn-Ernstmühl, Bad Teinach-Zavelstein, Weltenschwann-Speßhardt

Folgende Kommunen haben derzeit ihr Starkregenrisikomanagement in Bearbeitung:

  • Nagold, Haiterbach, Schömberg und Unterreichenbach, Ortslagen Althengstett und Neuhengstett

Folgende Kommunen planen ein Starkregenrisikomanagement: 

  • Neubulach, Ortsteile von Altensteig, Rohrdorf 
  • über den Regionalverband Nordschwarzwald: Dobel, Höfen, Oberreichenbach, Calw, Simmozheim, Wildberg, Ebhausen, Egenhausen, Simmersfeld 

Weitere Informationen erhalten Sie von den hier aufgeführten Ansprechpartnern. 

Hochwasser

Die Gefahr von Hochwasser ist abhängig von der Nähe und Höhenlage zu einem Gewässer. 

Hochwassergefahrenkarten liefern Informationen zu Überflutungsflächen und Wassertiefen bei Überschwemmungen. Je nachdem, wie häufig diese auftreten, wird zum Beispiel von einem häufigen (HQ10), mittleren (HQ100) oder extremen Ereignis (HQextrem) gesprochen. 

Dabei bedeutet HQ10, dass das Hochwasser statistisch alle 10 Jahre auftritt, das HQ100 entprechend statistisch alle 100 Jahre.

Für folgende Gewässer im Landkreis Calw werden die Hochwassergefahrenkarten öffentlich bekannt gemacht und ausgelegt:

Hochwassergefahrenkarten für das Einzugsgebiet der Nagold

  • Gewässer: Agenbach, Bäumbach, Fischbach, Haiterbach, Köllbach, Lengenbach, Monbach, Nagold, Reichenbach, Schlittenbach, Schweinbach, Steinach, Teinach, Waldach.

Hochwassergefahrenkarten für das Einzugsgebiet der Würm (ohne Seitengewässer)

  • Gewässer: Irm (Aid), Bettelgraben

Hochwassergefahrenkarten für das Einzugsgebiet der Großen Enz

  • Gewässer: Enz, Kleine Enz, Würzbach, Rohnbach, Calmbächle, Kaltenbach, Kegelbach

Hochwassergefahrenkarten für das Einzugsgebiet der Alb

  • Gewässer: Alb, Rennbach, Gaisbach, Dobelbach

Die Einsicht in die Hochwassergefahrenkarten ist Ihnen wie folgt möglich: 

  • Hochwassergefahrenkarten im Kreis Calw können Sie Flurstücks genau auf der Internetseite des Landkreises Calw im Kreisatlas einsehen. Hier ist die Anzeige der Überflutungsflächen (HQ100) und von Hochwasserschutzeinirchtungen möglich. Wählen Sie dafür den Reiter "Themenbaum" aus und wählen Sie das Fachthema „Wasser und Natur“, „Oberirdische Gewässer“ und anschließend „Hochwassergefahrenkarte“ aus.  
  • Zusätzlich liegen die Hochwassergefahrenkarten in Papierform beim Landratsamt Calw, Abteilung Umwelt- und Arbeitsschutz, Vogteistraße 42-46, 75365 Calw, sowie bei den jeweiligen Kommunen aus und können dort von jedem Interessenten während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.

Weitere interaktive Karten bietet Ihnen die Informationsseite zum Thema Hochwasserrisikomanagment des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg. Hier finden Sie u.a.

  • die Hochwassergefahrenkarte mit Überflutungsflächen und Überflutungstiefen,
  • die Hochwasserrisikokarte sowie
  • die Hochwasserrisikobewertungskarte

Weitere Informationen erhalten Sie von den hier aufgeführten Ansprechaprtnern. 

     ⇒ Wie schütze ich mich vor Hochwasser- und Starkregen?   

Gebäude schützen 

Hochwasserangepasstes Bauen ist dann notwendig, wenn ein Grundstück bei Hochwasser überflutet werden kann. In Überschwemmungsgebieten (HQ100) darf grundsätzlich nicht neu gebaut werden. In Gebieten, die im Überschwemmungsbereich (HQextrem) liegen, ist dies prinzipiell unter Beachtung des hochwasserangepassten Bauens möglich. 

Hochwasserangepasstes Bauen gründet auf folgenden drei Strategien um Hochwasserschäden und Überschwemmungen zu vermeiden: 

  1. Ausweichen
  2. Widerstehen
  3. Nachgeben

Weitere Informationen zur Bauvorsorge erhalten Sie hier: https://www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de/bauvorsorge

Weitere Informationen erhalten Sie von den hier aufgeführten Ansprechpartnern. 

Heizölanlagen, Gebindelager und andere Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen 

1. Heizölanlagen

In Überschwemmungs- und Risikogebieten gelten besondere Sicherheitsanforderungen an die Heizöllagerung, um bei Hochwasser mögliche Schäden zu verhindern.

Folgende Maßnahmen sind möglich:

  • Bauliche Maßnahmen, die das Wasser von der Anlage fernhalten oder
  • Einbau zugelassener Heizöltanks mit vorschriftsmäßiger Sicherung gegen Aufschwimmen

In Überschwemmungsgebieten (HQ100) sind Anlagen bis zum 05.01.2023 hochwassersicher nachzurüsten.

In Risikogebieten (HQextrem) sind Anlagen bis zum 05.01.2033 hochwassersicher nachzurüsten.

Bitte bedenken Sie, dass eine Nachrüstung bzw. eine Umrüstung auf einen anderen Energieträger ggf. einige Zeit Vorlauf benötigt. Beginnen Sie sich frühzeitig zu informieren.

Wenn Ihr Heizöltank unterirdisch ist oder oberirdisch und größer 1 m³ ist Ihre Anlage nach der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) prüfpflichtig. Sprechen Sie Ihren Sachverständigen gerne bei Ihrer nächsten AwSV-Prüfung an, ob Ihre Anlage hochwassersicher ist.

Weitere Informationen zum Thema Heizölanlagen erhalten Sie auf unserer Themenseite und von den dort aufgeführten Ansprechpartnern.

2. Gebindelager und andere Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen

Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen dürfen in festgesetzten und vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebieten nur errichtet und betrieben werden, wenn wassergefährdende Stoffe durch Hochwasser nicht abgeschwemmt oder freigesetzt werden und auch nicht auf eine andere Weise in ein Gewässer oder eine Abwasserbehandlungsanlage gelangen können. Der Nachweis darüber ist ständig in der Anlagendokumentation zu führen.

Bei Neuerrichtung empfiehlt es sich frühzeitig auf die Abteilung Umwelt- und Arbeitsschutz zuzugehen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Themenseite und von den dort aufgeführten Ansprechpartnern. 

Weitere Informationen finden Sie hier: 

Erklärvideos zu verschiedenen Maßnahmen um Schäden durch Starkregen zu minimieren: https://de.dwa.de/de/starkregen-erklaervideos.html

Ein Merkblatt zur naturverträglichen Regenwasserbewirtschaftung finden Sie hier

Video zur Rückstausicherung und zum Überflutungsschutz: https://www.ser-reutlingen.de/Animationsfilm1

Video zur Zustands- und Funktionsprüfung der Grundstücksentwässerung: https://www.ser-reutlingen.de/Animationsfilm2

     ⇒ Was ist im Starkregen- oder Hochwasserfall zu tun? Wer hilft mir? Wie kann ich helfen?

Zunächst Ruhe bewahren. 

Das Merkblatt “Verhalten bei Hochwasser“ des Landratsamt Calw gibt Ihnen übersichtlich und knapp eine Auflistung worauf besonders zu achten ist.  

Wenn Sie noch besser vorbereitet sein wollen, finden Sie im untenstehenden Link was in zeitlicher Abfolge vor einem Hochwasser besonders zu beachten ist. Also wenige Stunden vor einem Hochwasser, eine Stunde vor einem Hochwasser und wenn das Wasser bereits da ist. Darüber hinaus finden Sie im Link Kompaktinformationen zum Download, sowie eine Vorlage für Ihren eigenen Notfallplan.

Link: https://www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de/buergerinnen-und-buerger-waehrend-des-hochwassers 

Wenn das Hochwasser abläuft oder schon abgelaufen ist, heißt es: aufräumen und Schäden beseitigen. Mit einer guten Nachsorge können Sie Folgeschäden verhindern. Dabei ist auch die eigene Sicherheit wichtig. Im Schlamm und Wasser können Verunreinigungen und Keine sein. Vermeiden Sie direkt Kontakt zu Schlamm und Wasser. Weitere Informationen im nachstehenden Link.

Link: https://www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de/buergerinnen-und-buerger-nach-dem-hochwasser

Landwirtschaft

Starkregenereignisse können Erosion auf Äckern verursachen

Aufgrund des Klimawandels kommt es zu Wetterlagen, bei denen in kurzer Zeit viel Niederschlag fällt. Diese sogenannten Starkregenereignisse nehmen sowohl an Häufigkeit, als auch an Intensität zu. Treffen solche Starkregen auf hängige Äcker mit offenem Boden, kann es zu Bodenabschwemmungen (Erosion) kommen. 

Bei einem Bodenabtrag von einem Millimeter auf einer Fläche von einem Hektar, werden bereits 15 Tonnen fruchtbarer Boden abgetragen. Dies kann durch ein einzige Ereignis passieren. Die Neubildung von einem Millimeter Boden dauert allerdings ca. 20 Jahre. 

     ⇒ Welche landwirtschaftlichen Flächen im Landkreis Calw sind gefährdet?

Im Landkreis Calw gibt es landwirtschaftliche Flächen, die aufgrund der Hangneigung und der Bodenart als erosionsgefährdete Flächen eingestuft sind. Wenn Sie sich informieren wollen, welche Flächen genau betroffen sind, können Sie das im Kartenviewer Erosionskulisse Wasser der LEL Schwäbisch Gmünd nachschauen. Dabei können Sie die Gemeinde für die Sie sich interessieren herauszoomen. Ab dem Maßstab 1:5000 werden die erosionsgefährdeten Flächen mit gelber und roter Farbe dargestellt. Gelb markiert sind die Flurstücke die in der Gefährdungsklasse CCWasser1 und rot markiert die Flurstücke der Gefährdungsklasse CCWasser2.

Im Landkreis Calw gibt es ca. 8500 ha Ackerflächen, davon gelten ca.6500 ha (80%) als nicht erosionsgefährdet, ca. 1450 ha (17 %) sind in die Gefährdungsklasse 1 und ca. 250 (3%) in Gefährdungsklasse 2 eingestuft.

In den Gefährdungsklassen, gibt es für die Landwirtschaft Bewirtschaftungsvorschriften. So gilt z.B. in der Gefährdungsklasse 1 ein Pflügeverbot in der Zeit vom 01. Dezember bis zum 15. Februar. Nicht betroffen sind die Äcker, die quer zum Hang bewirtschaftet werden. In der Gefährdungsklasse 2 gilt das Pflügeverbot vom 1.12.bis zum 15.2. ohne Ausnahme. Zusätzlich darf in der Zeit vom 16.2. bis 30.11. nur gepflügt werden, wenn unmittelbar danach eine Aussaat erfolgt.

Weitere Informationen erhalten Sie von der Abteilung Landwirtschaft und Naturschutz unter Tel. 07051-160-951 oder 24.info@kreis-calw.de

     ⇒ Wie kann die Erosionsgefahr auf Äckern vermindert werden?

Der beste Erosionsschutz wird durch möglichst ganzjährige Bodenbedeckung auf den Äckern erreicht. Wichtig ist dabei vor allem, dass zwischen einer Winterfrucht z.B. Wintergerste und einer folgenden Sommerfrucht z. B. Silomais eine Zwischenfrucht angebaut wird, die den Boden im Herbst und Winter bedeckt und so vor Erosion schützt. Im Kreis Calw werden ca. 1500 ha Sommerfrüchte angebaut, davon werden über 1100 ha mit einer Zwischenfrucht bestellt.

Weitere wichtige pflanzenbauliche Maßnahmen um die Äcker vor Erosion zu schützen sind:

  • Die Bewirtschaftung quer zum Hang
  • Das Mulchsaatverfahren, dabei wird die Neuansaat direkt ohne wendende Bodenbearbeitung in die Pflanzenrückstände der vorherigen Kultur eingesät.

     ⇒ Was ist bei Jauche-, Gülle- und Silagesickersaftanlagen (JGS-Anlagen) in Überschwemmungsgebieten besonders zu beachten?

In festgesetzten und vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebieten dürfen JGS-Anlagen nur errichtet und betrieben werden, wenn

  • sie nicht aufschwimmen oder anderweitig durch Hochwasser beschädigt werden können und
  • wassergefährdende Stoffe durch Hochwasser nicht abgeschwemmt werden, nicht freigesetzt werden und nicht auf eine andere Weise in ein Gewässer gelangen können.

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Themenseite und von den dort aufgeführten Ansprechpartnern. 

Forstwirtschaft

Durch angepasste Bewirtschaftung kann die Forstwirtschaft einen wichtigen Beitrag leisten. 

     ⇒ Welche Vorteile haben Vorsorgemaßnahmen? 

Wald und Forstwirtschaft spielen beim präventiven Hochwasserschutz eine wichtige Rolle:

  • Das Kronendach geschlossener Waldbestände dämpft die Einwirkung von Starkregen auf den Waldboden,
  • Beschattung und kühles Waldinnenklima verzögern die Schneeschmelze,
  • der lockere, humose, intensiv und tief durchwurzelte Waldboden verfügt über eine hohe Wasseraufnahmefähigkeit, reinigt und speichert Niederschlagswasser und speist das Grundwasser.

Oberflächenabfluss und die Gefahr von Bodenerosion sind im Wald stark reduziert.

In Überschwemmungsgebieten vermindern Waldbestände die Fließgeschwindigkeit des Hochwassers.

     ⇒ Welche Flächen können betroffen sein?

Prinzipiell können alle Waldflächen betroffen sein. Das Ausmaß hängt von der Bewirtschaftung und der topographischen Lage ab. 

     ⇒ Was sollte bei der Bewirtschaftung beachtet werden?

Damit Wald seiner bedeutenden Hochwasserschutzfunktion bestmöglich gerecht wird, ist bei der Bewirtschaftung Folgendes zu beachten:

  • Waldflächen sind wo immer möglich zu erhalten,
  • die Inanspruchnahme von Wald für Siedlungs-, Industrie- und Verkehrszwecke sollte möglichst unterbleiben bzw. durch Ersatzaufforstungen kompensiert werden,
  • großflächige Kahlhiebe sind zu vermeiden,
  • durch Sturm, Dürre, Waldbrand oder Insekten verursachte Schadflächen sollen mit standortgerechten und klimatoleranten Mischbaumarten zeitnah wiederaufgeforstet werden,
  • Pflege- und Durchforstungseingriffe zielen auf die Förderung und den Erhalt stufiger Dauerwaldstrukturen ab,
  • Bodenverdichtung durch flächige Befahrung ist zwingend zu unterlassen,
  • Wildbestände sind so zu regulieren, dass die Waldverjüngung nicht durch Wildeinfluss gefährdet ist,
  • an befestigten Waldwegen ist die Anlage und Pflege von Entwässerungsgräben und Dolen so zu gestalten, dass Oberflächenwasser wenig konzentriert in den angrenzenden Waldbestand abfließt,
  • Maschinenwege werden mit einseitiger Querneigung gebaut und unterhalten, damit Oberflächenwasser flächig in den angrenzenden Waldbestand abfließt,
  • In Überschwemmungsgebieten sind Hiebsreste zu beseitigen und Holzlagerungen auszuschließen,
  • In Waldbereichen, die laut SRRM als Fließwege identifiziert sind, sollte kein Holz gelagert werden.

Weitere Informationen erhalten Sie von den hier aufgeführten Ansprechpartnern.

Kommunen

Informationen und Videos zum Starkregenrisikomanagement finden Sie auf der Internseite “Regina Stark“ des Landes Baden-Württemberg. Hier wird verständlich erklärt, wie sich Kommunen auf Starkregenereignisse vorbereiten können und welche Schritte in den Prozessen durchlaufen werden. 

Einen Leitfaden, was Kommunen tun können, finden Sie zudem hier: https://hochwassermanagement.rlp-umwelt.de/servlet/is/201060/Leitfaden_Starkregen.pdf?command=downloadContent&filename=Leitfaden_Starkregen.pdf

Weitere Materialien für Kommunen finden Sie hier: https://www.wbw-fortbildung.de/wasserextreme/materialien-fuer-kommunen

Informationen zur Erstellung eines kommunalen Starkregenrisikomanagement-Konzepts erhalten Sie hier: 

https://www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de/erstellung-eines-kommunalen-starkregenrisikomanagement-konzepts

Ausgewählte Beispielprojekte aus dem Kreis Calw

Im Landkreis Calw sind bisher einige Vorhaben umgesetzt worden. Um Ihnen zu zeigen, wie unterschiedlich Starkregen- und Hochwasserschutz aussehen kann, finden Sie nachfolgend ausgewählte bereits umgesetzte Maßnahmen aus verschiedenen Bereichen. 

     ⇒ Ökosiedlung Wimberg

Bei dem Gebiet handelt es sich um ein 16 Hektar großes Neubaugebiet in Calw - Wimberg. Im Rahmen einer Konzeption im Jahr 2004 wurde versucht, alle ökologischen Vorteile bei der Entwässerung zu nutzen. Dazu wurden offene Gräben entlang der Gehwege und Straßen angelegt. Das unbelastete Oberflächenwasser der Dachflächen, Geh- und Radwege wird so über Regenrückhaltebecken dem Schießbach zugeleitet. Das Oberflächenwasser der Straßen wird über einen technischen Filter vorgereinigt und dann in die Rückhaltemulden eingeleitet. Das Außengebietswasser, Wasser welches dem Baugebiet zufließt, wird über offene Gräben gesammelt und ebenfalls dem Schießbach zugeleitet. Aufgrund der Einleitung des Oberflächenwassers in den Anfangsbereich des Schießbachs wird die Rückhaltung auf 50 Jahre bemessen. 

Neben den Vorteilen für die Entwässerung, kann der Schießbach mit den Rückhaltebecken auch als eine grüne Insel mit Spielmöglichkeiten und zur Naherholung dienen. Das Konzept ist erfolgreich und wird gut angenommen. Nach dem Bewuchs der Regenrückhaltebecken sind diese auch nicht mehr als technische Bauwerke sofort erkennbar.

Das Konzept von 2004 war seiner Zeit vorraus und hat die Vorgaben zu den Grundsätzen zur Bewirtschaftung und Behandlung von Regenwetterabflüssen zur Einleitung in Oberflächengewäsern des neuen ATV Arbeitsblatt A 102 bereits damals vorweggenommen. Versickerung und Verdunstung werden hier primär vor der Ableitung genutzt. 

     ⇒ naturnahe Umgestaltung der Waldach

Der Waldach bei Haiterbach-Beihingen verlief vor der naturnahen Umgestaltung geradlinig in einem tristen Umfeld. Nach dernaturnahen Umgestaltung hat das Fließgewässer mehr Platz und lädt nebenbei auch zum verweilen ein.

vorher:

nachher: 

     ⇒ Revitalisierung der Alb und des Gaisbachs

Im Rahmen des Grünprojektes 2017 wurden die Alb und der Gaisbach revitalisiert. 

Alb vorher: 

Alb nachher: 

Gaisbach vorher: 

Gaisbach nachher: 

     ⇒ Entwicklung eines Auwaldes

Luftbild von 2012 vor Beginn der Entwicklung des Auwaldes: 

Luftbild von 2014 nach Abgrabung größerer Flächen zur Entwicklung des Auwaldes: 

Luftbild von 2020 mit sich entwickelndem Auwald: 



Ihre Frage ist nicht dabei oder Sie haben Anregungen?

Dann wenden Sie sich gerne an unsere oben genannten Ansprechpartner oder mit dem Stichwort "Hochwasserschutz" an 23.info@kreis-calw.de. Wir freuen uns über Ihr Engagement.